Mein Dreh mit ZDF & Pressetipps für Blogger

Mein Dreh mit ZDF & Pressetipps für Blogger

Hallo ihr Lieben,

wie ihr sicherlich bereits mitbekommen habt, war ich vor wenigen Tagen im ZDV Magazin „Drehscheibe“ zu sehen. Hierfür wurde bei mir Zuhause ein kleiner Beitrag zum Thema „Selfie-Tipps“ gedreht. Da mich etliche Nachrichten dazu erreicht haben, versuche ich einfach mal alles in einem Blogpost zu beantworten und euch ein paar Tipps ans Herz zu legen, wie ihr mit Presseanfragen allgemein umgehen solltet.

Da dies nicht mein erster Dreh für das Fernsehen war, wusste ich im Vorfeld schon, was mich in Etwa erwarten würde. Wir alle haben das Thema „Shopping Queen“ ja schon zur Genüge durchgekaut (für alle, die es noch nicht mitbekommen haben, können sich hier nochmal alles durchlesen), weshalb ich hier jetzt nicht genauer darauf eingehe.

Wie wird gedreht?

Allgemein kann man sagen, dass für einen Beitrag deutlich länger gedreht wird, als man denkt. Für die letztendlich vier Minuten Sendezeit brauch es um die vier Stunden Drehzeit. Dies liegt daran, dass verschiedene Einstellungen gedreht werden müssen, um dein Beitrag spannend zu halten. Hierzu zählen Aufnahmen in der Totalen, das heißt, dass die Szene einmal komplett gedreht wird. Beide Protagonisten sind hier zu sehen. Danach muss die gleiche Sequenz wiederholt werden und aus einer anderen Perspektive erneut gefilmt werden. Als letztes folgen immer die sogenannten Schnittbilder bzw. Zuhörbilder. Hier werden Details (Closeups) aufgenommen. In diesem Fall war es Beispielsweise das Handy in Aktion, oder kurze Einstellungen in denen Julia so tut, als würde sie mir gebannt zuhören. In Wirklichkeit erzähle ich meistens irgendetwas witziges, damit sie etwas schmunzeln muss und es im Ergebnis natürlich aussieht 😉 All diese Aufnahmen werden im Schnitt dann zusammengeführt und eine lineare Story daraus gebastelt.

Vorsicht vor dem Schnitt!

Gerade was den Schnitt betrifft ist jedoch Vorsicht geboten! Beim Dreh mit dem ZDF war dies nicht der Fall, doch gerade bei Formaten wie „Shopping Queen“ oder „Das perfekte Dinner“ (ich habe mich erst neulich mit einer Kandidatin darüber ausgetauscht) werden Situationen im Schnitt so zusammengefügt, dass die letztendliche Story wenig, bis gar nichts mehr mit der Realität beim Dreh zu tun hat. Dies wird gemacht, um den Zuschauer einen möglichst großen Unterhaltungswert zu bieten. So entstehen übrigens auch die klassischen Stereotypen, die man aus solchen Formaten kennt. Wir alle haben uns sicherlich schon über vermeintliche Zicken aufgeregt 😉 Ich kann euch jedoch versichern, dass diese Personen beim Dreh mit hoher Wahrscheinlichkeit gar nicht so zickig waren, wie es letztendlich im TV rüberkam.

Meine Ratschläge für den Umgang mit der Presse

Auch bei Interviews für Printmedien habe ich bereits die Erfahrung gemacht, dass hier gerne mal Einiges so gedreht wird, wie man es gerade brauch. Wir alle kennen die Geschichte mit Caro Daur und dem Manager Magazin… Ich habe ähnliche Fehler gemacht und mich am Ende extrem über das letztendliche Ergebnis gewundert. Vor allem Influencer genießen bei vielen Journalisten keinen guten Ruf, weshalb der veröffentlichte Beitrag plötzlich völlig ironisch dargestellt werden kann, obwohl das Gespräch auf Augenhöhe und durchaus professionell abgelaufen ist. Ein Beispiel hierzu findet ihr auf meiner Presseseite.

Wie heißt es doch so schön, „Aus Fehlern lernt man“, und genau so war es auch bei mir. Jede neue Presseanfrage muss gewisse Kriterien erfüllen, bevor ich diese annehme. Welche das sind, verrate ich euch natürlich!

  1. Es muss im Vorfeld klar sein, um was es in dem Beitrag gehen soll und wie dieser ausgerichtet ist, bzw. in welchem Kontext er steht. Hierzu ist es sehr wichtig, sich andere Beiträge des Magazins anzusehen oder durchzulesen. So bekommt man erste Hinweise darauf, wie Influencer generell angesehen sind.
  2. Es muss eine Freigabeschleife erfolgen! Bei TV-Produktionen ist dies leider schwer, bis gar nicht möglich. Doch gerade bei Print- und Onlinemagazinen ist dies ein absolutes MUSS! Gerne werden Dinge aus dem Kontext gerissen, der eigene Blog oder Name falsch geschrieben etc. Ohne Freigabeschleife, gebe ich generell keine Interviews mehr.
  3. Veröffentlichungen in Magazinen und im Fernsehen werden generell nicht vergütet. Bei öffentlich-rechtlichen Sendern sowieso nicht. Umso wichtiger ist es, dass ihr trotzdem einen Mehrwert aus eurer investierten Zeit zieht. Daraus resultiert der nächste Punkt:
  4. Euer Blog oder Instagramaccount muss erwähnt und/oder gezeigt werden. Denn was nutzt es euch in der Presse zu sein, aber keiner weiß, wo er euch finden kann. Als Vergütung für Interviews und andere Berichte, ist die Erwähnung zu sehen, also die mediale Aufmerksamkeit, die ihr daraus generieren könnt. Eine klare Absprache im Vorfeld ist deshalb Pflicht!
  5. Alle oben genannten Punkte bringen euch jedoch nicht, wenn dies nicht schriftlich passiert. Telefonisch gemachte Absprachen sind im Nachhinein nicht mehr belegbar, weshalb ihr euch alle Abmachungen schriftlich per Mail bestätigen lassen müsst!

So viel zur Pflicht. Nun zur Kür.

Ich hoffe, dass ich euch mit diesen Tipps etwas weiterhelfen kann und ihr nicht die gleichen Fehler macht, wie ich am Anfang. Ich wäre jedoch nicht ich, wenn ich noch ein paar inoffiziellere Tipps für einen gelungenen Fernsehauftritt für euch hätte 😀

  • Weniger ist mehr! Auf Fotos mag ein gekonnt gesetzter Highlighter wahre Wunder wirken, im Fernsehen sieht dieser jedoch schnell nach fettiger Haut und „Clerasil-Zielgruppe“ aus.
  • Augenpads sind eure besten Freunde! Meistens wird meist am Vormittag mit den Dreharbeiten begonnen und ich habe um diese Zeit noch eher etwas geschwollenere Augen. Wie ihr gleich sehen werdet, hätten bei mir zwei Ladungen auch nicht geschadet.
  • Denkt an euren Rücken! Krummes Sitzen und Stehen wirkt im Fernsehen noch viel extremer als in der Realität. Denkt immer dran, euch möglichst gerade zu halten, auch wenn sich dies etwas unnatürlich anfühlt.
  • Die Kamera trägt auf! Der Spruch, dass man im Fernsehen immer fünf Kilo schwerer aussieht, stimmt tatsächlich. Deshalb macht euch keine Gedanken und erschreckt nicht, wenn ihr den fertigen Beitrag seht 😉

Nun aber zum Beitrag. Wer ihn bisher noch nicht gesehen hat, kann dies jetzt in der ZDF Mediathek nachholen und findet sicherlich den ein oder anderen Fehler, den auch ich wieder gemacht, oder aus dem ich gelernt habe 😉

VIDEO

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14 Kommentare

  1. 4. August 2017 / 16:38

    Sehr cooler Beitrag! Sehr interessant mal so ein paar „behind the scenes“ Erfahrungen zu lesen 🙂

    Liebe Grüße, Caro :*
    http://nilooorac.com/

    • 14. August 2017 / 11:46

      Das freut mich 😉 Es sieht im Fernsehen definitiv immer alles völlig anders aus 😀

  2. 4. August 2017 / 22:01

    Liebe Laura, ich liebe die Abwechslung auf deinem Blog<3 ich habe noch keine bis kaum Erfahrung mit Fernsehen und Presse, da kommt dein Beitrag echt wie gerufen und krass worauf man alles achten muss 🙂 hab noch einen schönen Abend Lg Tatjana

    • 14. August 2017 / 11:45

      Liebe Tatjana,

      das freut mich! Leider muss man auf so Vieles achten, um nicht enttäuscht zu sein 🙁

  3. 5. August 2017 / 10:42

    Super Beitrag meine Liebe. Hast du super zusammen gefasst, was man man da alles achten sollte. Ich werde das nächste Mal auch vieles anders machen.

    Kussi, Ruth
    http://ruthgarthe.com

    • 14. August 2017 / 11:45

      Das freut mich! Ich hoffe, es hilft vielen weiter!

  4. 5. August 2017 / 13:25

    OMG!!! Du hast so recht!! Hatte ja auch bei Shopping Queen Blogger Special mitgemacht und bin aus allen Wolken gefallen damals, als ich gesehen habe, wie es wirklich abläuft! Dann kam nochmal ein kurzer Dreh für Punkt 12…
    Ich sage nur – nie wieder mit Trash TV! Die machen im Endeffekt, was sie wollen. Selbst wenn was ausgemacht ist, wird sich nciht dran gehalten 😉
    Toller Post!
    lg
    Esra

    https://nachgesternistvormorgen.de/

    • 14. August 2017 / 11:44

      Ach hör mir auf mit Shopping Queen 😀 Da können wir beide ja ein Lied von singen 😀

  5. 5. August 2017 / 22:43

    Bei mir war mal war der SR zum Filmen und das wurde dann auch bei ARD Buffet gezeigt! Mit deinen Tipps hast du absolut Recht, ich habe auch geglänzt wie sonstwas im Fernsehen und meine Haut war eigentlich abgedeckt. Da muss man so aufpassen!

    • 14. August 2017 / 11:43

      HAHA! Oh ja, dieser böse Highlighter! Man sollte ihn am besten weglassen 😀

    • 14. August 2017 / 11:42

      Ich hoffe, er hilft anderen Bloggern ein wenig weiter 🙂

  6. 13. August 2017 / 17:35

    Der Post bietet sooo viele hilfreiche Tipps und wird deshalb für den Fall, dass ich mal für einen Dreh angefragt werde direkt gebookmarkt! So, und jetzt schau ich mir mal das Video an 🙂

    XX aus Nürnberg
    Jecky
    Want Get Repeat

    • 14. August 2017 / 11:37

      Liebe Jecky,

      das freut mich wirklich sehr! Mit der Presse hat man es nicht immer leicht, weshalb ich hoffe, dass es viele besser machen als ich am Anfang 😉

      xxx Laura

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