Business – 4 Tipps für ein gelungenes Influencer Marketing

Business – 4 Tipps für ein gelungenes Influencer Marketing

Hallo ihr Lieben,

schon seit einiger Zeit überlege ich hin und her, ob ich mich nun auch einmal zum aktuell viel besprochenen Thema „Influencer Marketing“ äußern soll. Da ich genau damit seit Anfang März mein täglich Brot verdiene, ist diese Thematik für mich nichts Neues, sondern eher ein alter Hut. Doch immer wieder werden mir hierzu Fragen gestellt und auch innerhalb meiner Tätigkeit als Speaker habe ich gemerkt, dass ebeso viele Agenturen und Unternehmen hier ein wenig im Trüben fischen und nicht so wirklich wissen, wie sie eine Kampagne angehen sollen. Aus diesem Grund habe ich beschlossen mich nun doch dazu zu äußern und meine Erfahrungen und Meinungen mit euch zu teilen. Natürlich ist dieser Artikel subjektiv und ich gehe nicht davon aus, dass er bei allen auf vollstes Verständnis stoßen wird.

Grundsätzliche Fakten für Unternehmen und Agenturen

Influencer Marketing ist aktuell sicherlich eines der gehyptesten Themen im Marketing überhaupt. Das Interesse ist riesig, genau wie das Potential, dass in einer gelungenen Kampagne steckt. Der springende Punkt hierbei ist das Wörtchen „gelungen“. Ohne ein grundlegendes Verständnis der Thematik ist es schwer, eine sinnvolle Kampagne auf die Beine zu stellen. Doch was sollte man beachten, wenn man sich dazu entschließt, eine Kampagne mit den neuen „Influencern“ zu konzipieren? Mit den folgenden Punkten möchte ich versuchen, einige wichtige Faktoren anzusprechen.

Was sind die Ziele meiner Kampagne?

Als erstes sollte man sich immer vor Augen geführt haben, welches Ziel man mit einer Influencer Marketing-Kampagne erreichen möchte. Sind es Sales, also Abverkäufe, oder möchte ich meine bereits existierende Marke neu positionieren? Bei Start Ups stellt sich diese Frage eigentlich nicht, denn hier geht es in erster Linie um die Brand Awareness, also die Markenbekanntheit. Leider ist es in den meisten Fällen so, dass Unternehmen oder Agenturen, die wenig bis keine Erfahrung mit diesem Marketingkanal haben, davon ausgehen, dass schnelle Sales das einzig Wahre und richtige Ziel einer solchen Kampagne sind. Klar, man möchte das ausgegebene Geld auch wieder reinholen und im besten Falle multiplizieren. Doch Vorsicht! Gerade wenn es sich hierbei um eine unbekannte/neue Marke, oder einen Launch des Social Media Auftritts handelt, sind Sales leider nicht der Fokus einer Kampagne. Viele werden hier enttäuscht sein. Aber mal Hand aufs Herz, kauft man ein Produkt, dass man auf Instagram, einem Blog oder anderen Social Media Kanälen gesehen hat sofort? Ich denke, dass ist in den allerwenigsten Fällen so. Generell zielen die ersten Kampagnen eher auf eine Stärkung der Markenbekanntheit und eines Imageaufbaus ab. Potentielle Kunden müssen die Marke erst kennenlernen und sich ein Bild von ebendieser machen. Erst dann wird die Identifikation mit einer Marke oder einem Produkt geweckt. Hilfreich ist hierbei eine gelungene Social Media Präsenz der Marke. Wie oft habe ich schon von Zielen gehört wie: „Wenn die Kampagne vorbei ist, möchten wir 5000 neue Follower auf Instagram.“ Wenn der Unternehmensaccount jedoch alles andere als ansprechend ist, werden jedoch sicherlich keine neuen Follower hinzukommen. Instagram ist eine visuelle Plattform, die in erster Linie dazu dient, Menschen zu inspirieren. Bieten die Inhalte für mich als Nutzer keinen Mehrwert, dann werde ich diesem Account eben auch nicht folgen. Der gesunde Menschenverstand sollte bitte nie außer Acht gelassen werden! Mal davon abgesehen, dass 5000 neue Follower eine utopische Zahl ist 😉 Ein weiteres Mittel, dass von Unternehmen gerne dafür eingesetzt wird um Sales zu generieren, sind Rabattcodes. Diese haben sicherlich vor einiger Zeit gut funktioniert, doch jedem sollte mittlerweile aufgefallen sein, dass eine Übersättigung dieser Codes stattgefunden hat. Mich persönlich nerven sie einfach nur noch extrem! Klar, man möchte als Unternehmen iiirgendwie versuchen, die Verkäufe, die durch einen Influencer getätigt werden zu tracken. Doch wenn ich mit 1000 Influencern arbeite (diese Zahl ist gar nicht mal so utopisch) und jedem einen persönlichen Rabattcode zuweise, muss ich mich nicht wundern, wenn er nicht verwendet wird. JEDER HAT IHN SCHON ZIG MAL GESEHEN!!! Diese Codes haben leider immer einen leicht bitteren Nachgeschmack, denn sie wirken extrem nach Werbung und Lockangeboten. Ich selbst arbeite nur sehr ungern mit solchen Codes und rate meinen Kooperationspartnern eher davon ab, gerade dann, wenn diese im Bereich Influencer Marketing oder generell noch unbekannt sind.

Zusammengefasst:

Realistische Ziele definieren!

In den Aufbau der Markenbekanntheit investieren!

Den eigenen Account pflegen!

Rabattcodes sparsam und intelligent einsetzen!

Wie finde ich die passenden Influencer?

Influencer gibt es auf den ersten Blick wie Sand am Meer! Das gebe ich ohne Wenn und Aber zu. Doch wenn es um den zweiten Blick geht, dann kommt das große ABER.

Bei der Auswahl eines passenden Influencers sollte man sich den Account genauer ansehen, denn das besondere am Influencer Marketing ist, dass man hier mit einer Person zusammenarbeiten, die auch als solche wahrgenommen werden möchte. Was sind die Schwerpunkte des Contents? Wo liegen die Interessen? Welche Marken werden bevorzugt? Wie sehen die Bilder aus? All das sollte man sich ansehen und sich dann die Frage stellen: Passt diese Person zu meiner Marke? Hierbei muss es nicht immer ein Influencer sein, der zu den „Over 100k“ gehört, denn auch kleinere Influencer (besonders, wenn es um Nischenthemen geht) haben oft eine starke Community hinter sich. Und wenn wir schon beim allseits beliebten Thema Reichweite sind: ES IST NICHT ALLES GOLD WAS GLÄNZT! Gerade jetzt, da viele gemerkt haben, dass man als Influencer ja sooo viele tolle Sachen zugeschickt bekommt und zu Events eingeladen wird, investieren viele ihr Taschengeld mal eben bei Follower24.de und kaufen sich so schnell nach oben, um ihrem Ziel, der kostenlosen Schminke etc. näher zu kommen. Ich habe schon alles gesehen und nie verstanden, warum Unternehmen mit solchen „Influencern“ zusammenarbeiten. Mittlerweile weiß ich, dass es einfach die Unwissenheit ist. Reichweite ist nicht alles, auch wenn das gerade im zahlengetriebenen Marketingumfeld so gesehen wird. Um die Qualität eines Accounts wirklich zu prüfen, reicht oftmals schon ein zweiter Blick auf den Selbigen. Faktoren wie Follower-Engagement-Verhältnis, Bildqualität und Postanzahl sollten grundsätzlich stimmen. Dies ist wirklich das kleine(!) Kleine Einmaleins. Weiter sollte man sich ansehen, mit welchen Marken der Influencer zusammenarbeitet. Kommen Fitnessprodukte, bedruckte Kissen und/oder Tassen, Tabakprodukte, Tee und Reinigungsmittel zusammen, sollte man eventuell vielleicht lieber die Finger davon lassen 😉 Sich als Marke auf dem Account eines solchen Influencers zu platzieren ist leider so wenig authentisch wie ein Veganer im Schlachtbetrieb. Außerdem sollte man darauf achten, wie der Influencer bei bisherigen Kooperationen gearbeitet hat. Wurden Produkte neben dem Gesicht platziert und dann ein schnelles Selfie geschossen? Wurde mal wieder ein Stillleben aus Produkt, Kunstblumen und Ikea-Lammfellteppich kreiert? Auch eine Kooperation soll authentisch sein und den Leser und Follower inspirieren.

Zusammengefasst:

Influencer Marketing = Zusammenarbeit mit Personen

Passt der Influencer zu meiner Marke?

Accounts lieber etwas genauer ansehen!

Wie hat der Influencer bisherhige Kooperationen umgesetzt?

Wie kontaktiere ich einen Influencer?

Dies scheint aus meiner Perspektive und Erfahrung heraus schon fast die Königsdisziplin zu sein. Fangen wir mal mit ein paar Beispielen an, wie ein Anschreiben via Mail (bitte keine Direct Messages auf Instagram) auf keinen Fall aussehen sollte:

„Hallo Influencer, …“

„Liebe Lara, ..“

„Hallo liebe Bloggerin, …“

Eine persönliche Ansprache, die auch noch richtig geschrieben ist, ist tendenziell schon mal ein sehr guter Anfang und man ist einigen Mitbewerbern eine ganze Nasenlänge voraus! Meinem Empfinden nach ist es immer wieder schön zu merken, dass sich ein Unternehmen oder eine Agentur kurz Zeit genommen hat, sich meinen Account oder meinen Blog einmal anzusehen und mich, wenn auch nur kurz, individuell anspricht. Details einer Kampagne kann man auch immer gerne telefonisch klären. So bekommen beide Seiten einen genaueren Eindruck, voneinander und die ersten Eckdaten lassen sich deutlich schneller klären.

Zusammengefasst:

individuelle Ansprache

Email und Telefonkontakt bevorzugt

Wie vergüte ich einen Influencer?

Okay, das heikelste Thema nun zum Schluss. Beginnen möchte ich hier mit einem meiner absoluten Grundsätze:

INFLUENCER MARKETING IST EIN MARKETINGKANAL WIE JEDER ANDERE AUCH! 

Ergo: Möchte ich eine solide und erfolgreiche Kampagne fahren, dann muss ich hierfür auch Budget einplanen. Ich gehe bei diesem Punkt davon aus, dass man sich auf professionelle, zur Marke passende  Influencer festgelegt und alle oben genannten Punkte berücksichtigt hat.

Deshalb sind folgende Dinge absolute NO GOS:

reines Produktsponsoring

„Erst mal testen wollen wie es läuft und dann evtl beim nächsten mal zahlen.“

Provisionsmodelle

Möchte ich gute Influencer, die das sicherlich auch teilweise hauptberuflich machen, engagieren, dann muss ich diese auch professionell behandeln und fair vergüten. Tollen Content zu erstellen macht eine Menge Arbeit, ohne diese, die Influencer sicherlich nicht zu diesen geworden wären. Ein reines Produktsponsoring ist keine Option! Sicherlich hat man oftmals Glück, wenn das zu bewerbende Produkt gerade sowieso auf der Wunschliste stand, man sollte jedoch niemals davon ausgehen. Warum sind reine Produktsponsorings so problematisch? Zum einen muss ein Influencer (gerade ein hauptberuflicher) seinen Lebensunterhalt damit sichern. Ich sage es mal ganz drastisch: Mein Vermieter lässt sich leider nicht mit Parfüms, Pullovern und Fitnesstees zahlen. Auch ein Influencer muss von etwas leben und das sind in vielen Fällen eben die Kooperationen, die er eingeht. Ein weiterer Punkt sind die Steuern. Generell (es gibt Ausnahmen) ist man als Gewerbetreibender, und das ist ein Blogger oder Influencer, Geschenke, die er bekommt versteuern. Das heißt also, dass ich bei einer Kooperation, bei der keine monetäre Vergütung stattfindet draufzahle. Dieser Punkt ist für die Unternehmen und auch für die meisten Influencer neu, weshalb ich hoffe, dass hier bald einmal für mehr Klarheit gesorgt wird. Bei der Kennzeichnungspflicht für werbliche Posts hat dies ja schon gut geklappt.

Immer wieder bekomme ich auch Anfragen, die erst mal abwarten wollen wie die Kooperation so läuft und erst beim (zu 99% nicht eintreffenden) zweiten Mal zahlen möchten, oder mit zwei weinenden Augen eine Provison pro durch mich verkauftes Produkt anbieten. Beide Vorschläge machen genau den Fehler, den ich weiter oben schon versucht habe auszumerzen. Hier wird entweder von massig Sales ausgegangen, die gerade bei der Art Unternehmen (Start Ups, Unerfahrene) mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit nicht stattfinden werden, ausgegangen oder das Unternehmen weiß, dass keine Sales zu erwarten sind und wollen den Influencer einfach schön verar***en. Das muss eben auch einfach mal gesagt werden, denn einige Anfragen sprühen nur so vor Trickreichtum! Sicherlich mag das auch manchmal funktionieren und einige fallen darauf herein, doch ein solches Vorgehen spricht sich schnell herum und gute Kooperationspartner unter uns Influencer werden diese so schnell nicht mehr finden.

Wenn man als Unternehmen seine Marke auf Blogs, Instagram, YouTube und Co. platzieren möchte, dann plant hierfür auch Budget ein. Im Gegensatz zu anderen Marketingmaßnahmen ist Influencer Marketing immer noch sehr sehr günstig und man sollte bedenken, dass man nicht nur die Reichweite einkauft, sondern eben auch die Contenterstellung. Einen professionellen Fotografen zu engagieren oder ein Video zu produzieren ist weitaus teurer.

Zusammengefasst:

Influencer Marketing ist ein Marketingkanal wie jeder andere auch!

Budget einplanen!

Man kauft neben der Reichweite auch die Contenterstellung!

Puh…

das hört sich jetzt alles ziemlich zeitaufwändig und kompliziert an? Ja, das ist es auch zu Beginn, doch es zahlt sich aus. Seid fair zu euren Influencern (Geschäftspartnern) und baut eine langfristige Beziehung zu ihnen auf (solltet ihr gute Erfahrungen miteinander gemacht haben). Ein gutes Netzwerk hilft euch bei weiteren Kampagnen sehr viel Zeit und Aufwand zu sparen. Sollten nicht genug Ressourcen vorhanden sein, um das Influencer Marketing selbst zu übernehmen, findet man einige gute und professionelle Agenturen, die dies von der Konzepterstellung bis hin zum Reporting übernehmen. Für diesen Full-Service muss man natürlich tiefer in die Tasche greifen. Die Themen „Wie Briefe ich einen Influencer?“ und „Wie baue ich eine langfristige Beziehung zu einem Influencer auf?“ lasse ich einmal außen vor. Wenn euch der Beitrag gefallen hat und Interesse an diesen beiden Themen besteht, lasst es mich gerne wissen. Dann werde ich mal sehen, was ich dazu zu sagen habe 😉 Agenturen und Unternehmen können sich bei Interesse gerne direkt über meiner Mailadresse an mich wenden.

Und nun zu den Lesern und Followern

Das viele fachliche Gerede wirkt auf Follower und Leser vielleicht ein wenig verstörend. Doch es muss einfach gesagt werden, dass es sehr viel Aufwand ist, einen lesenwerten Blog und einen inspirierenden Instagramaccount zu betreiben. Lange Zeit habe ich dies neben meinem Vollzeitjob gemacht und seit einigen Monaten nun hauptberuflich. Doch viele anderen meiner Kollegen stemmen dies während ihres Studiums, Nebenjobs etc. Ich spreche nun einfach mal für alle Influencer und Blogger, wenn ich sage, dass es uns Spaß macht, euch tolle Inhalte zu präsentieren, denn wir machen dies aus Leidenschaft. Dies hat sich auch nicht geändert, seitdem wir mit Firmen zusammenarbeiten. Seriöse Blogger und Influencer wählen ihre Kooperationspartner genau aus und lehnen trotz lockender Vergütung auch oftmals Kooperationen ab, die nicht zu ihnen passen. Das machen wir, um authentisch zu bleiben und euer Vertrauen nicht zu verlieren! Uns liegt es fern, eine wandelnde Werbeplattform zu sein, doch wir müssen auch von etwas Leben. Deshalb teilen wir euch unsere ehrliche Meinung zu Produkten mit, kreieren tolle Outfits zum Nachstylen oder zeigen euch leckere Rezepte.

Mich würde es interessieren, wie ihr das Thema Influencer Marketing, also Werbung auf Instagram und Co. so seht? Seid ihr genervt? Fällt es euch überhaupt auf? Oder ist es euch egal? Ich freue mich auf eure Kommentare und wenn ihr Lust habt, macht gerne bei dieser Umfrage zum Thema mit.

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2 Kommentare

  1. 17. Juli 2017 / 16:24

    Wow was für ein toller Beitrag <3 Ich finde es toll, dass du den Firmen mal erklärst, auf was Blogger wert legen. Immer nur jammern hilft nichts, stattdessen packst du die Sache an <3 Super!
    Hab einen wundervollen Tag <3
    Liebste Grüße
    Sassi :*

    • 18. Juli 2017 / 13:05

      Liebe Sassi,

      es freut mich, dass dir der Post gefällt. Da ich selbst als Speakerin zum Thema Influencer Marketing tätig bin, musste ich hierzu einfach mal was loswerden 😉

      xxx Laura

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